28. Mai: Stammtisch zum Thema „Insektensterben“

Unser nächster Stammtisch befasst sich mit dem bedrohlichen Rückgang der Insektenfauna, hierzulande und weltweit. Was Autofahrer*innen schon seit vielen Jahren an insektenfreien Windschutzscheiben bemerkt haben sollten, ist inzwischen auch wissenschaftlich nachgewiesen: die Biomasse der Insekten hat seit den Achtzigerjahren um über 80 Prozent abgenommen, und das flächendeckend. Das hat weit reichende Konsequenzen:

  • Insekten sind ein sehr wichtiger Teil der Nahrungspyramide in den Ökosystemen. Sie bilden sozusagen die Basis der Pyramide, die ohne sie in sich zusammenfallen würde. Alle Tiere, die sich von Insekten ernähren, also viele Vögel, Reptilien und Säugetiere, würden ebenfalls verschwinden. Und anschließend die Tiere, die sich von diesen ernähren und die Spitze der Pyramide bilden.
  • Auf der anderen Seite sind viele Insekten für einen Großteil der Blütenpflanzen als Bestäuber tätig. Ohne Insekten bricht die Fortpflanzung für diese Planzen zusammen. Das hätte direkte Auswirkungen auf die menschliche Ernährung: die meisten Obstbäume, Beerensträucher und Gemüsepflanzen würden nicht mehr bestäubt werden, wenn der Mensch diesen Job nicht selbst übernimmt (das wird in manchen Regionen Chinas bereits praktiziert!).

Ganz so weit sind wir zum Glück noch nicht, aber wir müssen uns dringend Gedanken zu den Ursachen dieser Entwicklung machen, und wie wir als Gesellschaft das Blatt wieder wenden können. Und was wir selbst unternehmen können.

Zu diesem Zweck haben wir einen der renommiertesten Insektenkundler Münsters eingeladen, uns mit Hintergrundwissen und konkreten Empfehlungen zu versorgen. Dr. Joachim Eberhardt leitet beim Nabu Münster die AG Insekten und veranstaltet in diesem Jahr eine monatliche Webinarreihe zu den wichtigsten Insektengruppen und beschäftigt sich insbesondere mit der Bienenhaltung:

Der Stammtisch findet am Donnerstag 28. Mai im Pfarrheim an der Agatha-Kirche in Angelmodde-Dorf (Agatha-Kirchplatz 2) statt, beginnt um 19.30 Uhr und endet pünktlich um 22 Uhr. Er ist öffentlich und „Eintritt frei“.

1 Kommentar

  1. Petra

    Hi zusammen,

    danke, dass ihr euch dieses wichtigen Themas annehmt.
    Ich habe dazu drei Anmerkungen, beispielhaft basierend auf meinem Wohnumfeld am Stadtrand von Kinderhaus, nahe der Gasselstiege:
    1. Im Bereich Brüninghagen / Gasselstiege und fortlaufend befinden sich mehrere große landwirtschaftlich genutzte Felder. Von Randstreifen mit insektenfreundlichen Pflanzen weit und breit keine Spur. Die Insekten finden hier so gut wie keine Nahrung.
    2. Hinzu kommt dann noch, dass das bisschen „Straßenbegleitgrün“ mit zumindest ein paar blühenden Pflanzen wie Knoblauchrauke, Klee etc. vor wenigen Tagen städtischerseits zudem noch teils fast ganz, teils hälftig weggesemmelt worden ist.
    3. Zwar gibt es bei uns auch drei Kleingartenanlagen, aber die meisten (nahezu fast alle) der dort blühenden Pflanzen sind, von den Obstbäumen abgesehen, nicht heimisch und daher, wenn überhaupt, nur für die sog. Generalisten unter den Insekten nutzbar.

    Ich verstehe nicht, wieso bei Punkt 1 nicht regulierend (verpflichtend) eingegriffen wird. Bei der Baumschutzsatzung ist es doch auch möglich gewesen, in die Freiheiten / Rechte / Pflichten der Eigentümer*innen von Privateigentum einzugreifen.
    Zu Punkt 2 sei gesagt, dass es – gerade im städtischen Randbezirk – viele Straßenbereiche gibt, wo das gewachsene Straßengrün die Verkehrssicherheit nicht gefährdet.
    Und drittens wäre es m.E. sinnvoll, mehr Aufklärungsarbeit sowohl bei Grundstücksbesitzer*innen als auch Pächter*innen von Kleingärten sowie bei deren Bezugsquellen (Baumärkte mit Pflanzenabteilung, Garten-Center etc) zu betreiben.

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