Der Albersloher Weg – Fluch oder Segen?

Eine breite Asphalt-Schneise zieht sich durch Gremmendorf und Angelmodde-West. Der Albersloher Weg ist ein Segen für alle, die möglichst schnell diese Stadtteile verlassen oder sie durchqueren wollen, motorisiert versteht sich.

Albersloher Weg Höhe Gremmendorfer Weg
Albersloher Weg - Einmündung des Gremmendorfer Wegs

Für die Anwohner/innen wie auch für Menschen, die sich aus eigener Kraft fortbewegen möchten, ist er dagegen ein Verkehrshindernis ersten Ranges. Der angeblich „intelligente“ neue Verkehrsrechner optimiert die Ampelphasen so, dass der Autoverkehr möglichst optimal (d.h. schnell und unterbrechungsarm) funktioniert. Das Nachsehen haben Fußgänger/innen und Radfahrer/innen, die doch ab und an die Schneisenseite wechseln wollen oder müssen.

Der Albersloher Weg hat also etwas sehr Trennendes an sich. Viele Bewohner/innen von Gremmendorf-Ost, wissen gar nicht, dass auch auf der anderen Seite Leute wohnen. (Kölner würden von der „schäl Sick“ sprechen…)

Das Zentrum Gremmendorfs (wenn man davon überhaupt sprechen kann) quetscht sich an der Ostseite entlang einer sog. „Ortsfahrbahn“ in Form einer Geschäftszeile. Diese schmale Seitenfahrbahn teilen sich parkende und fahrende Autos  sowie ein paar mutige Radfahrer/innen (Parksuchverkehr – ein Horror für nachfolgende Radler/innen!).

Albersloherweg - Gremmendorfer Ortsfahrbahn
Auf der Ortsfahrbahn herrscht ein reges Kommen und Gehen...

Dass dieses Ortszentrum ziemlich unattraktiv ist, spüren die Geschäftsleute seit langem. Viele haben ihr Geschäft inzwischen aufgegeben; es gibt oft und lange Leerstand.

Die miserable Lage für den Einzelhandel hat natürlich viele Ursachen; eine davon ist sicher aber auch die räumliche Lage dieses Zentrums direkt an einer vielbefahrenen, vierspurigen „Stadtautobahn“. Man ist halt schnell „in der Stadt“ zum Einkaufen. An dieser Situation ändert auch der von der CDU in der Bezirksvertretung durchgeboxte und von ihr so genannte Dorfplatz nichts – er wirkt gleichzeitig rührend hilf- und nutzlos. Das Geld hätte man sich sparen können…

Der von der CDU entworfene Gremmendorfer Dorfplatz lädt immer zum Verweilen ein! Jedenfalls findet man hier immer ein Plätzchen zum Ausruhen...
Der von der CDU entworfene Gremmendorfer Dorfplatz lädt zum Verweilen ein! Jedenfalls findet man hier immer ein Plätzchen zum Ausruhen...

Aber wie kann die Situation nachhaltig verbessert werden? Wie kann man den Albersloher Weg entschärfen? Ein erster und sicher notwendiger Schnitt war die Reduzierung des Tempos von 70 auf 50 km/h. Diese Maßnahme hat die Grüne Fraktion in der Bezirksvertretung bereits im Frühjahr 2008 gefordert. Die einhellige Ablehnung zog sich durch die Mehrheitsfraktionen (CDU/FDP) und die Verwaltung. Erst nachdem ein Verkehrsgutachten eine vernichtende Bilanz für die Verkehrsverhältnisse in Münster zog, begann zumindest bei der Verwaltung ein Umdenkungsprozess. Bei der CDU ist das Umdenken noch nicht so richtig angekommen, sie beugte sich nur mit „Bauchschmerzen“ den Fakten. Nach über einem Jahr wurden schließlich im Juli 2009 die Schilder ausgewechselt.

Aber diese Maßnahme kann nur der Anfang sein. Der Abzug der britschen Streitkäfte eröffnet uns große Chancen, den Knoten für Gremmendorf endlich zu durchschlagen. Dazu demnächst mehr in diesem Blog…

Text + Fotos:    Reiner Borchert

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