Unruhe an der Homannstraße – eine Presseerklärung

Erst neulich gab es Aufregung an der Homannstraße wegen entlaufener Kühe, die im weiten Umkreis wieder eingesammelt werden mussten. Das war recht schnell erledigt; was die Anwohnerinnen und Anwohner mehr beunruhigt, ist die Aussicht, dass die Wiesen, Weiden und Gehölze an der Homannstraße in nicht allzu ferner Zukunft verschwinden könnten, denn sie sind im aktuellen Baulandprogramm der Stadt Münster aufgeführt in der „Stufe 2“, was bedeutet, dass die Stadt sich bemüht, die Flächen zu erwerben, um sie in Bauland zu überführen.

Niemand bestreitet, dass die aktuelle Wohnungsnot in Münster durch die Erschließung neuer Baugebiete gemildert werden muss. Gerade im Südosten gibt es daher zahlreiche Beispiele dafür: die ehemalige York-Kaserne in Gremmendorf, das Westfalen-Gelände und die Hiltruper Straße in Angelmodde, einige Neubaugebiete in Wolbeck, und, nicht zu vergessen, das große Gebiet nördlich Osttor in Hiltrup-Ost. All diese Gebiete bedeuten den Zuzug von grob geschätzt mehr als 10.000 Menschen.

Wollen das Baugebiet verhindern (v.l.): Reiner Borchert und Anja Tepe (Grüne Südost), Karsten Timmermann, Penny und Tochter Destiny, Gisela Maniera (Homannstraße)

Der Protest an der Homannstraße wird auch von der Grünen Fraktion in der Bezirksvertretung (BV) Südost unterstützt, da auch die Grünen sehen, dass dieser Bevölkerungszuwachs in keinem Verhältnis zur vorhandenen Infrastruktur steht, welche schon jetzt stark belastet ist. „Es fehlt an Kitas und Schulen, auch die Verkehrswege werden der Zunahme nicht gewachsen sein!“, so Gisela Maniera, die Organisatorin des beliebten Hasilaus-Garagenflohmarkts.

Was die Grünen aber besonders auf die „Palme“ bringt, ist auch hier wieder an der freien Landschaft und an den Grüngürteln geknabbert werden soll, wie es aktuell schon bei anderen kleinen Baugebieten (Frankenweg und Sandbach) geschieht. Anja Tepe, Landschaftsökologin und BV-Mitglied, meint dazu: „Wieder wird Landschaft ohne Not für eine kleine Zahl an Wohnungen geopfert. Das Grünland und die Wallhecke haben eine große Bedeutung für den Biotopverbund am Rande der Werseaue. Sie werden unwiederbringlich verschwinden!“.

Sonnenaufgang an der Homannstraße – im künftigen Baugebiet?

Karsten Timmermann sieht noch einen weiteren wichtigen Aspekt: „Der Grüngürtel, zu dem die Fläche gehört, erfüllt eine wichtige Funktion für das Stadtklima, indem er die Aufheizung der Stadt in Hitzeperioden mindert.“ Außerdem sei die Fläche im Landschaftsplan Werse als erhaltenswerter Landschaftsbestandteil aufgeführt. „Welchen Wert haben Landschaftspläne, wenn sie so einfach außer Kraft gesetzt werden können?“, fragt er sich.

Der Fraktionssprecher der Grünen, der Biologe Reiner Borchert, ermuntert die versammelten Anwohnerinnen und Anwohner zu lautstarkem Protest, gerade jetzt vor der Kommunalwahl. Nur mit starker Unterstützung der Bevölkerung könne das Baugebiet noch verhindert werden.

Auch zweibeinige Tiere wissen die Pferdeweide zu schätzen.

Alle Fotos: Dr. Harald Maniera

Kein Bauland im Grünring und Hände weg von Landschaftsschutzgebieten!

In den kommenden Jahren werden zahlreiche Flächen im Bezirk Südost für neue Wohnquartiere umgewandelt. Dazu gehört nicht nur das riesige Gebiet der ehemaligen York-Kaserne, auch große Flächen in Wolbeck Nord, am Berdel und am Knotenpunkt der Hiltruper Straße / Albersloher Weg werden in naher Zukunft zu Baugebieten. Weitere Flächen, wie das z.Z. von der Westfalen AG genutzte Gebiet an der Heidestraße, sollen in den nächsten Jahren ebenfalls für Wohnbebauung erschlossen werden. Die Planung des Quartiers am Osttor in Hiltrup schafft ein weiteres großes Angebot an Wohnraum. Insgesamt werden im Südosten von Münster mehrere tausend Menschen ein neues Zuhause finden.

Ausschnitt Baulandprogramm Südost

Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen / GAL in der Bezirksvertretung Südost befürwortet und fördert neuen Wohnraum und ist im Grundsatz für das Baulandprogramm. Jedoch ist der Schutz der Grünzüge und des 1. und 2. Grünrings sowie ökologisch bedeutsamer Flächen zu gewährleisten.

Die im Vergleich sehr kleinen Gebiete 813-03 (Gremmendorf – Westlich Frankenweg, V/0374/2020) mit 20 WE und 863-07 (Wolbeck – Südlich Hiltruper Straße / Westlich am Sandbach, V/0375/2020) mit 40 WE sowie die Fläche Angelmodde – Nördl. Homannstraße sind aus diesem Grund aus dem Baulandprogramm zu streichen. Die Entwicklung zu Wohnquartieren ist nicht weiter zu verfolgen, da die Schaffung weniger Wohnungen die ökologischen und stadtklimatischen Folgen nicht aufwiegen und die Eingriffe nicht im Verhältnis zu den Folgen der zukünftigen Generationen stehen.

Zu 813-03 (Gremmendorf – Westlich Frankenweg,  V/0374/2020):

Die Fläche grenzt direkt an den Wald „Große Lodden“ und liegt im 2. Grünring sowie im Landschaftsschutzgebiet. Angrenzend befindet sich eine Ausgleichsfläche der Stadt in Form einer alten Streuobstwiese. Durch eine Bebauung des Waldrandes und die daraus entstehenden Lichtemissionen sowie dem steigenden Nutzungsdrucks werden typische Waldarten wie lichtempfindliche Fledermausarten und Eulen verdrängt. Da sich in dem Bestand auch Eichen befinden, ist mit einer Belastung durch die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners zu rechnen. Die Streuobstwiese verliert ebenfalls ihre Funktion als Lebensraum für Arten wie den Gartenrotschwanz, Stare und Braune Langohren (Fledermäuse).

Gremmendorf – Westlich Frankenweg

Zur Fläche Angelmodde – Nördl. Homannstraße:

Diese liegt zwar „nur“ im 3. Grünring, besitzt jedoch wegen des hohen Grünlandanteils und der strukturgebenden Baum-/Gehölzreihe einen hohen ökologischen Wert. Sie ist Teil des münsterländischen Biotobverbunds mit besonderer Bedeutung (Kennung VB-MS-4011-018), daher von Bebauung freizuhalten.

Fläche Angelmodde – Nördl. Homannstraße

Zu 863-07 (Wolbeck – Südlich Hiltruper Straße / Westlich am Sandbach, V/0375/2020):

Diese Fläche liegt im Grünzug Lütkenbeck-Loddenbach. Zusammen mit dem B-Plan 588 (Raiffeisenmarkt) entsteht mit der Bebauung der Fläche ein Keil in dem Grünzug, der bis an die Umgehungsstraße heran reicht und damit eine Barrierewirkung besitzt.

Wolbeck – Südlich Hiltruper Straße / Westlich am Sandbach
Karte Grünordnung Stadt Münster, in Blau neues Baugebiet

https://www.stadt-muenster.de/umwelt/umwelt-und-freiraumplanung/gruenordnung-muenster.html

Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen / GAL lehnte am 10.06.2020 in der Sitzung der Bezirksvertretung Südost die Vorlagen zu den Bebauungsplänen V/0374/2020 Gremmendorf – Westlich Frankenweg und V/0375/2020 Wolbeck – Südlich Hiltruper Straße / Westlich am Sandbach ab und enthielt sich beim Beschluss zum Baulandprogramm 2020-2024.

Anlagen:

Bildergalerie

https://www.stadt-muenster.de/sessionnet/sessionnetbi/vo0050.php?__kvonr=2004046368&voselect=11878
Link: Bebauungsplan Nr. 606: Südlich Angelsachsenweg / Westlich Frankenweg
Beschluss zur Aufstellung
https://www.stadt-muenster.de/sessionnet/sessionnetbi/vo0050.php?__kvonr=2004046369&voselect=11878
Link: Bebauungsplan Nr. 608: Hiltruper Straße / Westlich Am Sandbach
Beschluss zur Aufstellung

Neue Grundschule in Wolbeck Nord nimmt weitere Hürde

Mit der Zustimmung der Mitglieder in der Sitzung der Bezirksvertretung Südost hat der Neubau der zweizügigen Grundschule in Wolbeck Nord eine weitere Hürde genommen.

Baubeginn soll bereits im nächsten Frühjahr sein, Fertigstellung im August 2019.

Ich hoffe dieser Neubau wird die bisherige Nikolaischule entsprechend entlasten und die provisorischen Klassenräume können dort wieder abgebaut werden, damit die Schüler wieder mehr Platz zum Spielen haben.

Jetzt muss nur noch der Rat der Stadt Münster am 18.10. dem Baubeschluss zustimmen.

Wer einen kleinen Einblick in die Planungen haben möchte:

Beschlussvorlage V/0487/2017 Neubau Grundschulgebäudes in Wolbeck

Für die Fraktion der Grünen in der Bezirksvertretung Münster Südost
Dirk Wimmer

JVA nach Wolbeck?

In der Sitzung der Bezirksvertretung Münster Südost gab es keine weiteren Informationen zu einem möglichen Standort einer JVA im Bezirk Südost. Dazu führte ich ein Interview mit der WDR Lokalzeit, jedoch nur ein kleiner Teil davon wurde gesendet.

Ich begrüße es, dass nach so langer Zeit anscheinend ein Standort für eine neue JVA gefunden wurde. Besonders nach dem Hick-Hack um einen möglichen Standort in Handorf. Aus ökologischen Gründen wäre der Standort in Handorf völlig ungeeignet gewesen, da das Gebiet einen hohen naturschutzfachlichen Wert besitzt. Wir befürworten, dass diese Planungen jetzt endgültig vom Tisch sind.

Bisher habe ich aus der Wolbecker Bürgerschaft kaum Negatives gehört. Auch die Posts in den Sozialen Medien sind durchweg positiv.

Jedoch kritisiere ich die Vorgehensweise des BLB. In Zeiten, in denen sich viele Menschen von der Politik nicht verstanden, gar allein gelassen, fühlen, kann ich es nicht nachvollziehen, warum jetzt so ein Geheimnis aus der Standortsuche und dem Kaufabschluss bei einem möglichen Wolbecker Standort gemacht wurde.

Um eine Entscheidung für die Bevölkerung nachvollziehbar zu machen, halte ich eine größtmögliche Transparenz und Bürgernähe für sehr wichtig. Sonst werden unnötig Ängste aufgebaut. Mögliche Standortvorteile werden erst gar nicht thematisiert, wie die Erhaltung und Neuschaffung von Jobs und die nötige Nähe zu den Gerichten.

Wenn nicht mal die lokalen Politiker vorab informiert werden, diese einen möglichen Grundstücksankauf der BLB ebenfalls durch die Presse erfahren müssen, können Bürgergespräche zu diesem Thema nicht stattfinden und Spekulationen und Mutmaßungen gewinnen die Oberhand. Diese bekommen schnell Bedeutungshoheit.

Der BLB hat uns mitgeteilt, es könne nicht einmal bestätigt werden, dass eine JVA überhaupt im Bezirk Südost gebaut werden soll.

Uns liegt ein Schreiben des BLB vor, in dem Sie sich zwar ausdrücklich dafür aussprechen, grundsätzlich gerne Rede und Antwort in allen Fragen rund um die Suche nach einem neuen Standort für die JVA Münster und das weitere planerische Vorgehen zur Verfügung stehen, der Termin zur Sitzung der Bezirksvertretung am 10.10.2017 wurde jedoch abgesagt. Der Kaufvertrag stehe aber immer noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Verwaltungsrates des BLB NRW und weiterer grundbuchrechtlicher Fragestellungen. Eine vorübergehende Vertraulichkeit in bestimmten Punkten sei Bestandteil des Kaufvertrages und für sie bindend. Erst wenn alle rechtlichen Punkte im Zusammenhang mit dem Kaufvertrag abschließend geklärt sind, kann und würde der BLB NRW die Öffentlichkeit weitergehend informieren. Jede frühere Information könnte die erfolgreiche Abwicklung des Kaufvorgangs gefährden.

Wenn es rechtliche Gründe gibt, die einer Veröffentlichung widersprechen, dann ist es verständlich, dass es keine öffentlichen Infos darüber gibt. Jedoch frage ich mich dann, warum überhaupt Infos an die Presse weiter gegeben wurden. Dies widerspricht meiner Meinung nach der Aussage des BLB NRW. Dann hätte man besser gar keine Informationen an die Öffentlichkeit geben sollen, um Spekulationen gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Für die Grüne Fraktion in der Bezirksvertretung Münster Südost

Dirk Wimmer

 

Neue Kindertageseinrichtung in Angelmodde Dorf

Die Errichtung einer neuen Kindertageseinrichtung in Angelmodde Dorf auf der Wiese vor dem Friedhof hat unter den Anwohnern zu starken Protesten geführt.

Wir von der Grünen Fraktion Münster Südost nehmen die Besorgnisse der Anwohner an der Straße Alt Angelmodde sehr ernst. Jedoch benötigen viele Eltern und damit hunderte Kinder in Münster Angelmodde einen Betreuungsplatz. Dies müssen wir gegeneinander abwägen. Wir verschließen dabei nicht die Augen, dass es die Verwaltung lange Zeit versäumt hat für genügend Flächen für neu zu errichtende Kindertageseinrichtungen zu sorgen. Dafür wurde sie in den letzten Sitzungen der Bezirksvertretung häufiger stark kritisiert.

Wir haben dem vom Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien geänderten Errichtungsbeschluss einer Kindertageseinrichtung in Angelmodde Dorf (V/0032/2017) zugestimmt. Größte Änderung: die Einrichtung soll von den ursprünglich fünf geplanten  Gruppen auf nur drei Gruppen reduziert werden. Von der Verwaltung wird nun erwartet, eine schlüssige Verkehrsplanung für den Baubeschluss zu erstellen und zur Beschleunigung und Kostenreduzierung möglichst auf eine vorhandene Planung zurückzugreifen.

Für Angelmodde besteht jedoch weiterhin eine erhebliche Unterversorgung mit Betreuungsplätzen.

Für die Grüne Fraktion Münster Südost
Dirk Wimmer

Stadtwerke gegen Umbenennung von Haltestelle

Haltestellen sollten den Fahrgästen durch ihren Namen den Ort ihres Standortes mitteilen. Die Haltestelle Loddenheide / BERESA ist nach einer Firma benannt. Die Benennung einer Haltestelle nach einer Firma sollte nur dann erfolgen, wenn diese Haltestelle vorwiegend von Kund/inn/en oder Mitarbeiter/innen der Firma frequentiert wird. Reiner Borchert, Fraktionsvorsitzender der Grünen Fraktion in Münster Südost bezweifelt dies, da die Kundschaft eines Autohändlers gerade nicht oder nur ausnahmsweise den öffentlichen Nahverkehr nutzt.

Stattdessen schlägt er vor, die Haltestelle als das zu benennen, was sie tatsächlich ist: eine ÖPNV-Anbindung für das Gewerbegebiet Loddenheide und das Wohngebiet Lütkenbeck, das über eine Bahnunterführung direkt an die Haltestelle angebunden ist und auf diese Weise endlich gebührend im Busfahrplan der Stadtwerke Beachtung findet.

Für die Grüne Fraktion Münster Südost
Dirk Wimmer

Grüne Südost für Ladestationen für Emobilität auf dem Wolbecker Marktplatz

Elektromotoren werden in Zukunft die Verbrennungsmotoren immer mehr verdrängen. Jedoch ist es nicht damit getan, sich die nötigen Fahrzeuge zu kaufen, es benötigt auch eine flächendeckende Infrastruktur für Ladestationen. Dies hat auch der Bund erkannt und ein Förderprogramm für diese ins Leben gerufen.

Die Grüne Fraktion in Münster Südost hat nun zwei Anträge in die Sitzung der Bezierksvertretung am 14.03.2017 eingebracht. Sie möchte die Verwaltung dazu auffordern zu prüfen, ob jeweils zwei Ladestationen für Elektroautos und E-Bikes auf dem Marktplatz in Wolbeck installiert werden können.

„In den nächsten Monaten wird es umfangreiche Tiefbaumaßnahmen um und auf dem Marktplatz geben. Viele der Versorgungsleitungen müssen für den Umbau der Kreuzung Am Berler Kamp / Hiltruper Straße und der Hiltruper Straße bis zum Steintor verlegt werden. Dies sollte genutzt werden auch für die Ladestationen die nötigen Versorgungsleitungen zu legen. Somit sind hierfür keine zusätzlichen Tiefbauarbeiten nötig“ ist sich Dirk Wimmer von den GRÜNEN sicher.

Die Anträge hat die Bezirksvertretung am 14.03.2017 einstimmig angenommen. Nun muss auf die Antwort der Verwaltung gewartet werden.

Für die Grüne Fraktion Münster Südost
Dirk Wimmer

Ideen für Wolbeck

von Dirk Wimmer, Kandidat für Wolbeck

Dirk Wimmer, Direktkandidat für Wolbeck (Wahlkreis 21)

Liebe Wolbeckerinnen,
liebe Wolbecker,

ich wurde als Direktkandidat von Bündnis 90 / Die Grünen für den Rat und als Listenkandidat für die Bezirksvertretung Südost vom Bürgerforum Wolbeck zur Veranstaltung am 08.05.2013 in der Gaststätte Sültemeyer eingeladen.

Zur Vorbereitung wurden den Kandidaten im Vorfeld fünf Fragen gestellt, die während der Veranstaltung beantwortet werden sollten.

1. Provisorische Maßnahmen zur wirkungsvollen Verminderung des innerörtlichen Verkehrsaufkommens nach Fertigstellung der Umgehungsstraße.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, den innerörtlichen Verkehr durch provisorische Maßnahmen zu reduzieren. Dazu gehören leichte Umbaumaßnahmen, wie auch harte Methoden, die große Umbaumaßnahmen vor Ort bedeuten würden. Jedoch nur eine bloße Reduzierung des Durchgangsverkehrs wird an der Verkehrssituation in Wolbeck nicht viel ändern. Besonders die Aufenthaltsqualität im Ortskern wird nur gering verbessert, an der Situation von Fußgängern und Radfahrern ändert sich überhaupt nichts. Verbote durch Schilder haben schon in der Vergangenheit wenig Abhilfe geschafft. Die Ortsdurchfahrt ist auch heute schon für Kraftfahrzeuge über 3,5t gesperrt. Transporter und LKWs fahren aber weiter täglich durch den Ort. Den Ordnungskräften sind meist die Hände gebunden. Kraftfahrzeugfahrer werden den Ortskern auch weiterhin als Abkürzung wählen, da dieser Weg zur Gewohnheit geworden ist.

Wir Grünen Südost vertreten die Meinung, dass eine Verminderung des innerörtlichen Verkehrsaufkommens durch eine einfache, wie wirkungsvolle Maßnahme verwirklicht werden kann: durch ein versenkbares Poller-System in Höhe des Drostenhofes würde der Durchgangsverkehr auf einfache Weise verhindert werden. Dieses System wird in vielen Städten in Deutschland und dem benachbarten Ausland eingesetzt. Busse können durch automatisches Absenken der Poller ungehindert passieren.

Abbildung 1: Möglicher Ort für das automatische Poller-System
Abbildung 1: Möglicher Ort für das automatische Poller-System

Wir weisen darauf hin, dass Ladengeschäfte sowohl für den Lieferverkehr wie auch für absolut nötigen Kundenverkehr weiterhin mit dem PKW für jeden erreichbar wären. Patienten können auch weiterhin mit dem PKW bis vor die Arztpraxen gebracht werden. Dort könnten sie dann gefahrlos aussteigen.
Kein Geschäft hat bisher von dem reinen Durchgangsverkehr profitiert. Auch die bisherigen Kunden mussten entweder zu Fuß oder per Rad die Geschäfte erreichen. Kunden per Auto mussten mangels Parkraum auf die Parkplätze Sültemeyer oder Marktplatz ausweichen. Diese werden auch weiterhin erreichbar bleiben. Vorteil dieser Maßnahme: Geschäfte können in Ruhe und ohne Gefahr durch PKWs, LKWs und landwirtschaftliche Fahrzeuge zu Fuß oder mit dem Rad erreicht werden. Gastronomische Außenflächen wären möglich. Es könnten Kurzzeitparkplätze für PKWs ausgewiesen werden. Somit würde innerörtlich nur noch der absolut nötige Kraftverkehr stattfinden. Radverkehr würde gefördert, Fußgänger können gefahrlos spazieren gehen. Die Aufenthaltsqualität würde sich sofort erhöhen.
Ein automatisches Poller-System kann schnell und mit überschaubaren Kosten erstellt werden und steht zukünftigen Maßnahmen aus dem Entwicklungskonzept nicht im Weg.

Wir möchten noch einmal darauf hinweisen: Geschäftsleute haben einen großen Vorteil durch diese Maßnahme. Bisherige Kunden hatten es bisher sehr schwer, sicher und ohne Ängste Geschäfte zu erreichen. Ältere Mitbürger, Mütter mit Kinderwagen und/oder Kindern haben sogar die Münsterstraße aufgrund der Verkehrslage gemieden und nur in Ausnahmefällen benutzt. Das Einkaufsverhalten hat sich sogar dahin verändert, überhaupt nicht mehr im Ortskern einzukaufen. Ich habe mir selbst die Situation vor Ort angeschaut. Gerade in den Stoßzeiten war es regelrecht gefährlich, die Münsterstraße per Rad zu befahren oder die Bürgersteige zu benutzen.

Abbildung 2: Hier könnten weitere Kurzzeitparkplätze entstehen
Abbildung 2: Hier könnten weitere Kurzzeitparkplätze entstehen

Die neue Verkehrsführung muss gleichzeitig eine Lenkungswirkung haben, damit sich Park- und Suchverkehr nicht auf die umliegenden Wohnviertel verteilt und dort für unnötige Belastungen sorgt.

Ich weise darauf hin, dass Ladengeschäfte sowohl für den Lieferverkehr wie auch für absolut nötigen Kundenverkehr weiterhin mit dem PKW für jeden erreichbar wären. Patienten können auch weiterhin mit dem PKW bis vor die Arztpraxen gebracht werden. Dort könnten sie dann gefahrlos aussteigen.

Kein Geschäft hat bisher von dem reinen Durchgangsverkehr profitiert. Auch die bisherigen Kunden mussten entweder zu Fuß oder per Rad die Geschäfte erreichen. Kunden per Auto mussten mangels Parkraum auf die Parkplätze Sültemeyer oder Marktplatz ausweichen. Diese werden auch weiterhin erreichbar bleiben. Vorteil dieser Maßnahme: Geschäfte können in Ruhe und ohne Gefahr durch PKWs, LKWs und landwirtschaftliche Fahrzeuge zu Fuß oder mit dem Rad erreicht werden.

Gastronomische Außenflächen wären möglich. Es könnten Stellplätze für PKWs ausgewiesen werden. Somit würde innerörtlich nur noch der absolut nötige Kraftverkehr stattfinden. Radverkehr würde gefördert, Fußgänger können gefahrlos spazieren gehen. Die Aufenthaltsqualität würde sich sofort erhöhen.

Ein automatisches Poller-System kann schnell und mit überschaubaren Kosten erstellt werden und steht zukünftigen Maßnahmen aus dem Entwicklungskonzept nicht im Weg. Ich möchte noch einmal darauf hinweisen: Geschäftsleute haben einen großen Vorteil durch diese Maßnahme. Bisherige Kunden hatten es bisher sehr schwer, sicher und ohne Ängste Geschäfte zu erreichen. Ältere Mitbürger, Mütter mit Kinderwagen und/oder Kindern haben sogar die Münsterstraße aufgrund der Verkehrslage gemieden und nur in Ausnahmefällen benutzt. Das Einkaufsverhalten hat sich sogar dahin verändert, überhaupt nicht mehr im Ortskern einzukaufen. Ich habe mir selbst die Situation vor Ort angeschaut. Gerade in den Stoßzeiten war es regelrecht gefährlich, die Münsterstraße per Rad zu befahren oder die Bürgersteige zu benutzen.

Die neue Verkehrsführung muss gleichzeitig eine Lenkungswirkung haben, damit sich Park- und Suchverkehr nicht auf die umliegenden Wohnviertel verteilt und dort für unnötige Belastungen sorgt.

Stellen Sie sich nur einmal diese Situation vor: Sie fahren mit dem Rad vom Steintor kommend uneingeschränkt die Münsterstraße entlang, halten kurz vor dem Optiker an, treffen einen Bekannten vor dem Geschäft und können ein kurzes Schwätzchen halten, schieben ihr Rad weiter die Straße herunter, ein Nachbar hält sein Auto vor der Arztpraxis, steigt in Ruhe aus und hilft seiner Frau beim Aussteigen, Sie steuern ein Café an, möchten vielleicht einen Kaffee und ein Stück Kuchen vor dem Ladenlokal einnehmen, schauen sich vorher noch die Auslagen des Reisebüros oder die Ausstellungsstücke der Galerie an. Laufen vielleicht noch schnell zum Zeitschriftenladen rüber um eine Zeitung zu kaufen, ohne auf eine Lücke in der Pkw-Schlange zu warten oder Angst zu haben, von einem Pkw erwischt zu werden…“

Die großen Supermarktketten können auch weiterhin per Anbindung durch die Umgehungsstraße erreicht werden.

Kein innerörtlicher Durchgangsverkehr bedeutet auch eine Entlastung des Bereichs zwischen Steintor, Markt und Am Berler Kamp. Ein Kreisverkehr wäre an der Kreuzung Hiltruper Straße, Münsterstraße und Steintor nicht mehr nötig. Marktplatz und Hiltruper Straße könnten verkehrsberuhigte Zone werden. Auch hier könnte eine Aufwertung der bestehenden Außengastronomie der anliegenden Geschäfte erreicht werden. Der Wochenmarkt könnte erweitert werden da Raum für Markt und Kurzzeitparkplätze für Kunden vorhanden wären. Es könnte ein wirklicher, begrünter und attraktiver Ortskern entstehen. Zusammen mit der verkehrsberuhigten Münsterstraße könnte eine Einheit gebildet werden.

Abbildung 3: Hier könnte zukünftig eine verkehrsberuhigte Zone entstehen.
Abbildung 3: Hier könnte zukünftig eine verkehrsberuhigte Zone entstehen.

 

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Im gleichen Zug muss verhindert werden, dass eine kleine Umgehungsstraße über die Dirk-von-Merveldt-Straße entsteht. Dies könnte ebenfalls durch Absperrung oder durch Änderung der vorgeschriebenen Fahrtrichtungen erfolgen.

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Wir sind gegen die Nachverdichtung des jetzigen Parkplatzes Sültemeyer. Die Münsterstraße ist relativ eng, nur an dieser Stelle kommt Sonnenlicht in den Straßenzug. Die Fläche könnte begrünt werden. Davon würde die anliegende Gastronomie profitieren, eventuell könnte weitere Gastronomie entstehen.

Abbildung 4: Noch kommt Sonne in diesen Teil der Münsterstraße
Abbildung 4: Noch kommt Sonne in diesen Teil der Münsterstraße

Wir Grünen sind gegen den Ausbau der Eschstraße. Schon seit der Anfangszeit haben wir eine enge Bindung an der bestehenden Bürgerinitiative „Rettet den Esch“ und unterstützen diese. Die Anbindung der Eschstraße ist aus unserer Sicht nicht nötig. Eine Anbindung des Wolbecker Nordens über den Kreisverkehr Münsterstraße / Alter Postweg ist vollkommen auseichend. Für die Gewerbetreibenden käme sogar eine direkte Anbindung des Gewerbegebietes Nord an die Umgehungsstraße in Frage. Damit Kunden einen direkten Zugang haben, Lieferverkehr nicht erst auf die Münsterstraße muss. Auch die Supermärkte der Münsterstraße sind so zu erreichen. Den Bewohnern der von der Eschstraße nordwestlich gelegenen Wohngebiete würde eine unverhältnismäßige Verschlechterung der Lebensqualität zugemutet. Schleich- und Abkürzungsverkehr durchs Wohngebiet sind wahrscheinlich.

Wir denken, der Ausbau der Eschstraße steht im Gegensatz zur Idee und zum Bau der Umgehungsstraße. Diese wurde gebaut, um den innerörtlichen Verkehr zu verhindern, nicht um den Verkehr innerörtlich von der Münsterstraße auf die Eschstraße zu verlagern. Nicht nur der Verkehr auf der Eschstraße würde ansteigen, auch der Verkehr des Borggartens. Verkehr aus Telgte und Everswinkel/Alverskirchen Richtung Hiltrup und Gremmendorf würde statt über die Everswinkler Straße sogar in den Ort hinein verlagert. Nordwestliche Wohngebiete und gerade die neuen Wohngebiete nördlich des Borggartens werden von der restlichen Gemeinde abgetrennt. Die Gefahren für Kinder erhöhen sich erheblich. Schulwege werden unkalkulierbar.

Wir sollten doch aus den Fehlern unseres Ortskernes lernen und diese nicht an der Eschstraße und der Straße Am Borggarten wiederholen.

2. Wirtschaftliche Förderung eines lebendigen, revitalisierten Wolbecker Ortskern.

Der Ortskern muss im ersten Schritt vom Durchgangsverkehr befreit werden. Nur so wird die Attraktivität maßgeblich gesteigert. In einem weiteren Schritt muss begonnen werden, den Straßenzug auch optisch zu verschönern. Wir regen hierbei an, die gesamte Fahrbahn ebenerdig zu gestalten, auf Bordsteine zu verzichten. Die Pflasterung könnte aus Naturstein bestehen. Anpflanzungen von Bäumen mit dazugehörigen Baumscheiben lockern das momentane, triste Straßenbild auf. Erst wenn sich die Menschen beim Durchqueren des Straßenzuges wohl fühlen, werden sie sich auch die Zeit nehmen, sich auf Geschäfte zu konzentrieren oder die ansässige Gastronomie zu nutzen.

Durch die Aussperrung des Durchgangsverkehrs haben die Kunden die Chance, Geschäfte und Gastronomie zu Fuß oder per Rad zu erreichen. Kunden werden nicht mehr durch die ungünstigen Verkehrsbedingungen abgeschreckt, haben Ruhe und Zeit, die Geschäfte anzusteuern. Ein wichtiger Faktor ist auch der Lärm. Kein Mensch möchte Geschäfte erledigen, wenn er ständig auf dem Weg von Geschäft zu Geschäft diesem Lärmpegel, wie es ihn auf der Münsterstraße jetzt gibt, ausgesetzt ist.

3. Marketing-Maßnahmen zur Präsentation des Wolbecker Geschäfts- und Dienstleistungspotentials.

Gute Ansätze von Marketing-Maßnahmen durch den Gewerbeverein Wolbeck gibt es bereits. Durch seine eigene Zeitung „Mein Wolbeck“ werden potenzielle Kunden angesprochen.

Es sollte überlegt werden, eine regelmäßige Stadtteilzeitung für Wolbeck heraus zu geben, die nicht nur von den örtlichen Gewerbetreibenden, sondern auch von Sport- und anderen Vereine betrieben wird. Es könnten Rubriken für lokale Nachrichten und örtliche Kleinanzeigen, sowie außerdem amtliche Bekanntmachungen für die Bürger*innen enthalten sein. Eventuell könnten den örtlichen Schulen Seiten für die eigene Gestaltung zur Verfügung gestellt werden. Somit könnten alle Beteiligte Synergien nutzen, statt eigene Publikationen herauszugeben. Eine weitere Möglichkeit wäre die Ausweitung der Gewerbeschau, dies ist aber zentrale Aufgabe des Wolbecker Gewerbevereins.

Im Netz sind etliche Internetauftritte der verschiedenen Vereine und Institutionen vertreten. Auch hier regen wir einen einheitlichen Internetauftritt von Gemeinde, Bürgern, Stadtteilverwaltung und Geschäfts- und Dienstleistungsgewerbe unter einer Adresse an.

Es könnte überlegt werden, erfahrene Werbe- und Marketingexperten für eine weitere  Ausarbeitung einer langfristigen Marketing-Strategie heranzuziehen. Schon am Zubringer zur Umgehungsstraße könnten entsprechende Werbeschilder lokale Gewerbebetriebe und Dienstleister anpreisen und potenzielle Kunden in den Ort lotsen. Ebenfalls könnten an markanten Punkten Stadtteilkarten aufgestellt werden, auf der die Standorte der Geschäfte, Firmen, Arztpraxen, Kinderspielplätze, Sportstätten und Gastronomie verzeichnet sind.

Betonung der Stärken, Verbesserung der Schwächen.

4. Nutzung des Lancier-Geländes, ggf. auch im Hinblick auf altersgerechte Wohnungen.

Bei der Bebauung des ehemaligen Lancier-Geländes sollte möglichst auf gemischte Bebauung, Wohnen für Jedermann und Mehrgenerationenbebauung wert gelegt werden. Integrierte Wohnmöglichkeiten für Menschen mit geringem Einkommen, Familien und Mittelstand sollten entstehen. Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche dürfen nicht fehlen. Dazu könnten ein Spiel-, Bolz- und Speckbrettplatz entstehen.

Wir würden ein verkehrsberuhigtes Wohngebiet nach dem Shared-Space-Prinzip bevorzugen. Ein völlig neues Baugebiet könnte eine Vorreiterrolle beim ökologischen Bauen spielen. Niedrigenergiehäuser, besser: Passivhäuser, die ihre Energie aus Photovoltaik und Solar beziehen. Auch die Versorgung des Wohngebietes mit Heizenergie von einem Blockheizkraftwerk der Stadtwerke könnten wir uns vorstellen.

In jedem Fall ist es uns wichtig, dass Bürger*innen in die Planungen mit einbezogen werden.

5. Begrüßung und Integration von Neubürgern.

Mit der Begrüßungsmappe für Neubürger wurde bereits ein großer Schritt in die richtige Richtung getan.

Jedoch sind nicht nur neu hinzugezogene Menschen Neubürger, auch Flüchtlinge sind für einen Zeitraum Neubürger. Durch das provisorische Flüchtlingsheim und später durch den Neubau des Flüchtlingsheims „Am Borggarten“ wird Wolbeck auch temporäre neue Bürger bekommen. Die Begrüßungsmappe sollte so erweitert werden, dass sie an die Bedürfnisse der Flüchtlinge angepasst wird, dies kann dadurch erreicht werden, dass man sie auch in anderen Sprachen anbietet. Somit bekommen die Flüchtlinge direkt einen Bezug zu Wolbeck und fühlen sich hier willkommen geheißen. Integration statt  Ausgrenzung.

6. Weitere Themen:

Angelseitenweg:

Wir Grüne lehnen einen Angelseitenweg vom Friedhof bis Angelmodde grundlegend ab. Die Ufer der Angel sind ein besonders schützenwertes Biotop. Sie gelten als  gesetzlich geschütztes Biotop, sind auch als gesetzliches Überschwemmungsgebiet  ausgewiesen. Zwischen Angelmodde im Westen und  Wolbeck im Osten befindet sich ein naturnaher und strukturreicher Abschnitt der Angel mit weiten Mäanderbögen, Steilufern und beidseitig  begleitendem Ufergehölz. In dem Bereich wurde im September 2006 der Eisvogel beobachtet. Dies darf nicht durch Bauarbeiten und Verdichtung durch einen Rad- und Wanderweg zerstört werden. Bereits durch den Bau der Umgehungsstraße wurde in dieses wertvolle Biotop zerstörerisch eingegriffen. Weitere Zerstörung wird von uns nicht toleriert. Beim Erhalt der Eschstraße im jetzigen Zustand ist ein Angelseitenweg nicht nötig. Selbst nach einem Ausbau sollte ein Rad- und Wanderweg, von der Fahrbahn durch einen Sickergraben oder eine Grünfläche getrennt, parallel zur Eschstraße favorisiert werden.

Nutzung des Drostenhofes:

Wir Grüne regen an, den leerstehenden Drostenhof wieder einer Nutzung zuzuführen. Es ist sehr bedauerlich, dass dieses ortsbildprägende Gebäude nach dem Auszug des Westpreußischen Landesmuseums leer steht.

Wir könnten uns vorstellen, die Räumlichkeiten für Galerien, Ateliers oder andere kunstschaffende Menschen zu öffnen. Oder vielleicht ein „Schloss Café“ im unteren Teil mit Außengastronomie. Dies könnte so auch den Tourismus fördern. Uns erscheint es wichtig, das seit 1545 bestehende Gebäude zu erhalten.

Entschärfung des Albersloher Weges – geht das?

Der Albersloher Weg ist, wie in einem vorhergehenden Artikel beschrieben, Fluch und (zweifelhafter) Segen zugleich. Er ermöglicht eine schnelle Verbindung in die Innenstadt (zugegeben, auch für den ÖPNV), verhindert aber zugleich die Entstehung eines angemessenen Stadtteilzentrums in Gremmendorf. Und er wirkt wie eine trennende Asphaltschneise.

Diese Situation wird uns erhalten bleiben, solange sich das allgemeine Mobilitätsverhalten oder die räumlichen Gegebenheiten nicht ändern. Ersteres würde einen massenhafter Verzicht auf motorisierten Individualverkehr erfordern (bisher leider nicht in Sichtweite). Die zweite Möglichkeit könnte allerdings schon in einigen Jahren real werden: wenn die britischen Streitkräfte den Standort Gremmendorf aufgeben, kann das riesige Kasernengelände (mehr als 30 Hektar) für andere Zwecke genutzt werden.

Dadurch eröffnen sich bisher ungeahnte Entwicklungschancen für Gremmendorf:

  • Der Albersloher Weg könnte im Zentrum Gremmendorfs über das Kasernengelände verschwenkt werden. Über zwei Kreisverkehre kann er an den bestehenden Verlauf angebunden werden, einer an der Einmündung Gremmendorfer Weg, einer etwa zwischen Pauf-Engelhard-Weg und der Heidestraße. Das neue Stück dazwischen führt im Bogen über das jetzige Kasernengelände.
  • Dadurch wird die sog. Ortsfahrbahn an der Geschäftszeile zur Fußgängerzone werden. Auch das dann verkehrsberuhigte Stück vom Albersloher Weg (eine eigentlich sehr schöne Eichenallee!) kann zu einem echten „Dorfplatz“ werden.
  • Die vorhandenen Gebäude auf dem Kasernengelände können für viele nützliche Zwecke verwendet werden, wie z.B. bezahlbaren Wohnraum, Jugend- und Kulturzentrum, Senioren-WGs etc.
  • Raum für Autos (also Parkplätze) kann dort ebenfalls geschaffen werden, so dass die Besucher/innen des neuen Zentrums nicht alle zu Fuß kommen müssen…

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Skizze für ein neues Stadtteilzentrum Gremmendorf

Wir stehen erst am Anfang der Überlegungen, wie wir uns die Zukunft Gremmendorfs, sagen wir im Jahr 2025, vorstellen und wünschen. Wir haben noch Zeit, aber gute Ideen müssen reifen!

Text + Skizze:    Reiner Borchert;  Stadtplan:  Stadt Münster

Gremmendorf bald entmilitarisiert – was dann?

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Einfahrt zur York-Kaserne am Albersloher Weg

Inzwischen hat es sich wohl rumgesprochen: die britischen Streitkräfte wollen mittelfristig den Standort Münster (d.h. die Kasernen Gremmendorf und Gievenbeck) aufgeben. Der Termin steht noch nicht fest, derzeit geistert aber die Jahreszahl 2017 herum. Egal, ob das Jahr letztendlich stimmt – die Auswirkungen auf Gremmendorf und Angelmodde-West werden beträchtlich sein:

  • In mehreren Wohnbezirken werden viele von den Briten genutzte Häuser (zumeist einfache Reihenhäuser) frei werden.
    (Es handelt sich um die Straßen Lilienthalweg, Zum Erlenbusch, Angelsachsenweg, Wiegandweg sowie Torminweg, Köhlweg und Fitzmauriceweg in Lütkenbeck.)
  • Das frei werdende Kasernengelände selbst umfasst eine Fläche von mehr als 30 Hektar. Im vorderen Bereich zum Albersloher Weg hin befinden sich viele alte und neue Gebäude, der hintere Bereich wird als Sportplatz genutzt.
  • Die Angehörigen der britischen Streitkräfte werden dem Gremmendorfer Einzelhandel als Kundinnen und Kunden fehlen. Die ohnehin nicht gerade rosige Situation wird für die Geschäfte noch schwieriger als sie heute schon ist.

Aber:

Die Veränderungen bieten auch eine große Chance, endlich ein angemessenes Stadtteilzentrum für Gremmendorf zu entwickeln. Darüber hinaus ist die Kasernenfläche so riesig, dass es auch für umliegende Stadtteile relevant ist, was dort passieren wird. Es ist sicher nicht übertrieben, ihr eine gesamtstädtische Bedeutung beizumessen.

Deshalb wollen wir in den nächsten Monaten und Jahren Ideen und Ziele entwickeln, wie wir uns die Zukunft von Gremmendorf vorstellen.

Und: Wir laden alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein, sich an dieser Diskussion zu beteiligen!

Text + Foto:    Reiner Borchert