Die Reaktivierung der Westf. Landeseisenbahn (WLE) von Münster Hbf bis Sendenhorst

Die Stilllegung der Personenbeförderung auf der von der Westf. Landeseisenbahn (WLE) betriebenen Bahnstrecke von Münster nach Neubeckum Mitte der Siebzigerjahre entsprach zwar dem damaligen Zeitgeist, hat sich aber inzwischen als Fehler herausgestellt. Jetzt – 40 Jahre später – stellen wir fest, dass Straßen wie der Albersloher Weg nicht für die Pendlerströme aus dem Umland ausgelegt sind. Dazu kommt natürlich auch, dass der ausufernde „Motorisierte Individualverkehr“ (= Pkw-Ströme) sich zu einer immensen Umweltbelastung ausgewachsen haben (Lärm, Abgase, Feinstaub).

Um diesen Belastungen für unser Straßennetzes und die betroffene Bevölkerung zu begegnen, befürworten und fordern wir als Grüne im Südosten Münsters schon seit den Neunzigerjahren eine Wiederaufnahme des Personenzugverkehrs. Die WLE hat zum Glück den Güterverkehr nie ganz eingestellt, so dass die Gleise mehr oder weniger untakt geblieben sind.

Der Pängelanton in Gremmendorf
Der Pängelanton wird garantiert nicht wieder in Betrieb genommen.

Inzwischen ist die Reaktivierung des Personenverkehrs unter den Ratsparteien (mit einer Ausnahme) Konsens geworden, und die Zeichen stehen günstig, dass in einigen Jahren wieder Personen zwischen Sendenhorst und Münster transportiert werden.

Leider trifft diese Entwicklung nicht auf ungeteilte Zustimmung. Die Anwohner der Trasse befürchten verständlicherweise eine Beeinträchtigung ihrer Gartenruhe. Die von ihnen gegründete Bürgerinitiative macht seit einiger Zeit massiv Stimmung gegen die Reaktivierung der WLE-Strecke und scheut dabei nicht vor gezielten und fortwährenden Falschinformationen zurück, die sie u.a durch breitwandige Spruchbänder an prominenten Stellen verbreitet. Sie behauptet u.a.,

  1. dass die Buslinie 8 nach Wolbeck ersatzlos gestrichen werden soll, „um den Zug voll zu kriegen“,
  2. dass ca. jeder zweite Bahnübergang für Fußgänger geschlossen werden soll,
  3. dass vor geschlossenen Schranken lange Pkw-Staus zu erwarten sind,
  4. dass am Lärmschutz gespart werden soll,
  5. dass das Ganze sowieso viel zu teuer wird,
  6. usw. usf.

Sicher sind nicht alle Behauptungen völlig aus der Luft gegriffen; für ausreichenden Lärmschutz beispielsweise muss natürlich gesorgt werden. Was wir der Bürgerinitiative aber vorwerfen, ist das Schüren und die Instrumentalisierung von Ängsten, beispielsweise die angebliche „Stilllegung“ der Linie 8 betreffend. Um diesen Falschmeldungen zu begenen, gehen wir im folgenden Beitrag etwas mehr ins Detail.

Reiner Borchert

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